Zahnerhaltung durch moderne Parodontitistherapie

Was ist eine Parodontitis?

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Unter einer Parodon­titis versteht man die Entzün­dung des Zahn­hal­teap­pa­rates. Dieser besteht aus dem Kiefer­kno­chen, dem Zahn­fleisch, dem Zahn­ze­ment und den Aufhän­gungs­fa­sern zwischen Zahn­wurzel und Knochen. Ist nur das Zahn­fleisch entzündet, spricht man von einer Gingi­vitis. Wird diese nicht behan­delt, entwi­ckelt sich daraus eine Entzün­dung des gesamten Zahn­hal­teap­pa­rates – der Kiefer­kno­chen wird abge­baut und die Zähne können sich lockern.

Wodurch entsteht eine Parodontitis?

Ursa­chen für die Entste­hung  einer Parodon­titis sind weiche und feste bakte­ri­elle Zahn­be­läge (Plaque, Zahn­stein und Konkre­mente).

Nicht konse­quente Mund­hy­giene, unaus­ge­wo­gene Ernäh­rung, beruf­li­cher und privater Stress, Allge­mein­erkran­kungen (Diabetes), gene­ti­sche Faktoren, Medi­ka­mente (Immun­sup­pres­siva), ein gestörtes Immun­system (Bestrah­lung, Chemo­the­rapie) und vor allen das Rauchen (6–8mal höheres Erkran­kungs­ri­siko) können die Entste­hung und das Fort­schreiten der Parodon­titis negativ beein­flussen.

Verbleiben Spei­se­reste an Zahn­flä­chen, Zahn­zwi­schen­räumen und am Zahn­fleisch über längere Zeit als Belag (Plaque), bildet sich daraus durch hinzu­tre­tende Mine­ra­lien der Zahn­stein. Die Bakte­rien vermehren sich und deren Stoff­wech­sel­pro­dukte dringen in das Zahn­fleisch ein – die Gingi­vitis entsteht. Wird die Plaque nicht entfernt, vermehren sich die Bakte­rien unge­hin­dert weiter und es entwi­ckelt sich eine Entzün­dung in der Tiefe der Zahn­fleisch­furche. Der Knochen und die Halte­fa­sern werden abge­baut und es entstehen Zahn­fleisch­taschen, die vom Pati­enten kaum zu reinigen sind und in denen die Bakte­rien wiederum ideale Wachs­tums­be­din­gungen vorfinden.

Woran erkenne ich eine Zahnfleischerkrankung?

Die auffäl­ligsten Anzei­chen einer Erkran­kung des Zahn­fleisches sind:

Wie reagiere ich, wenn ich Anzeichen einer Zahnfleischentzündung bemerke?

Ihr Zahn­arzt wird mit geeig­neten Unter­su­chungs­me­thoden den Gesund­heits­zu­stand Ihres Parodon­tiums einschätzen und Ihnen daraus resul­tie­rende Behand­lungs­formen vorschlagen.
Handelt es sich um eine ober­fläch­liche Entzün­dung ohne Betei­li­gung des Knochens, genügen profes­sio­nelle Prophy­la­xe­maß­nahmen.

Wird eine Parodon­titis diagnos­ti­ziert, empfiehlt Ihnen der Zahn­arzt zusätz­lich eine Reini­gung der Zahn­fleisch­taschen und der Wurzel­ober­fläche der Zähne, die soge­nannte „Syste­ma­ti­sche Parodon­ti­tis­be­hand­lung“.

Unab­hängig von der Diagnose sollte die profes­sio­nelle Zahn­rei­ni­gung regel­mäßig durch­ge­führt werden. Das Behand­lungs­in­ter­vall richtet sich nach der Schwere der Erkran­kung.

Wie wird die „Systematische  Parodontitisbehandlung“ durchgeführt?

Nach einer Vorbe­hand­lungs­phase und der Geneh­mi­gung durch die Kran­ken­kasse werden – möglichst an zwei aufein­an­der­fol­genden Tagen – beide Kiefer behan­delt. Zahn­fleisch und Zähne werden anäs­the­siert. Alle Wurzel­ober­flä­chen und die Zahn­fleisch­taschen werden mittels Ultra­schall­gerät und Hand­in­stru­menten unter Spülung gesäu­bert. Erkranktes Gewebe wird entfernt. Die Wurzel­ober­flä­chen werden poliert und abschlie­ßend wird ein anti­bak­te­ri­elles Medi­ka­ment aufge­bracht. Even­tuell ist die Verab­rei­chung eines Anti­bio­ti­kums notwendig, machmal auch erst nach Abschluss der Erst­be­hand­lung. Sollte dies der Fall sein, erfolgt darüber im Vorfeld eine geson­derte Aufklä­rung.

Gibt es zusätzliche Behandlungsmaßnahmen?

Außer­halb der Richt­li­nien der gesetz­li­chen Kassen­kassen gibt es die Möglich­keit, die Parodon­ti­ti­s­keime in den tiefen Zahn­fleisch­taschen durch den Einsatz eines Lasers zu redu­zieren. In beson­ders tiefen Taschen empfiehlt sich das Einbringen eines lokal wirkenden Lang­zeit-Anti­bio­ti­kums mit gezielter Depot­wir­kung.

Wie geht es nach der „Systematischen Parodontitisbehandlung“ weiter?

Um das Behand­lungs­er­gebnis nach Abschluss der Parodon­ti­ti­sthe­rapie lang­fristig zu sichern, ist die regel­mä­ßige Durch­füh­rung von profes­sio­nellen Zahn­rei­ni­gungen unab­dingbar.

Welche Alternativen gibt es zur „Systematischen Parodontitisbehandlung“?

Bleibt eine Parodon­titis unbe­han­delt, führt sie unwei­ger­lich zum Verlust des Zahnes.
In der medi­zi­ni­schen Lite­ratur werden Wech­sel­wir­kungen zwischen einer unbe­han­delten Parodon­titis und Allge­mein­erkran­kungen (Herz-und Kreis­lauf­er­kran­kungen, Diabetes, Atem­wegs­er­kran­kungen, Stoff­wech­sel­er­kran­kungen, Osteo­po­rose, Alzheimer’sche Erkran­kung, Früh­ge­burts­nei­gung, Rheuma) disku­tiert. Weiterhin ist zu bedenken, dass die Parodon­ti­ti­s­keime durch Körper­kon­takt (Eltern/Kind, Lebens­partner) über­tragen werden können.

Wie viel wird die Behandlung kosten?

Die Vorbe­hand­lungen müssen durch die Pati­enten allein getragen werden, die eigent­liche Parodon­titis-Behand­lung wird von der gesetz­li­chen Kran­ken­kasse erstattet. Je nach Einsatz zusätz­li­cher Tech­niken, Mate­ria­lien und Behand­lungen wird Ihre Kran­ken­ver­si­che­rung nicht für alle weiteren entste­henden Kosten aufkommen. Wir werden Sie indi­vi­duell beraten und Sie über Ihre indi­vi­du­ellen Kosten infor­mieren.

Haben Sie noch Fragen?

Wenn Sie noch offene oder weiter­ge­hende Fragen haben, werden wir Ihnen diese gerne beant­worten.

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